Neue Musikanlage kaufen
Nur selten kann man eine neue Musikanlage im Geschäft testen, somit wird der Kauf eines Hifi-Gerätes schon fast zu einem wahren Lotteriespiel. Im örtlichen Elektronikmarkt kann man nicht wirklich den Klang einer Musikanlage hören, denn dort ist schlicht und ergreifend eine unrealistische Umgebung vorhanden, die noch von vielen Geräuschen im Hintergrund gestört wird und die Enttäuschung ist dann groß. In den eigenen vier Wänden kann der Sound schon ganz anders wahrgenommen werden. Hierbei sollte man auf die Erfahrungen von Freunden und Bekannten zurückgreifen oder sich die Tests ansehen, wie sie beispielsweise von Stiftung Warentest vorgenommen werden.
Erst kürzlich hat Stiftung Warentest neue kompakte Hifi-Anlagen näher untersucht und das Gesamtergebnis wurde als positiv bewertet. Insgesamt wurden 14 verschiedene Musikanlagen getestet, wovon acht das Testergebnis „Gut“ erhielten. Davon wiederum schnitten im wichtigsten Bereich, dem Ton, sechs mit dem Testurteil „Gut“ ab. Für die Tester gab es hierbei eine Überraschung, denn von Panasonic die UMS 5800 DEC, welches übrigens das günstigste Gerät in der Testreihe war, wurde von den sechs Hörern besser bewertet, als die teureren Hifi-Anlagen. In der gesamten Bewertung wurde es mit 2,5 ausgezeichnet.
Stiftung Warentest stellte gute Ergebnisse fest
Von der Stiftung Warentest sagte Christine Wohlfart, dass das Ergebnis sehr zufriedenstellend war und alle getesteten Modelle gute Leistungen bieten, die beeindruckend sind. Es wurden dabei zwei Testsieger ermittelt und zwar waren das Sony mit der CMT-HX70BTR und von Panasonic die SC-PMX4EG, die auch von den Testern empfohlen werden. Der Preis schlägt mit ungefähr 270 Euro zu Buche. Am besten schnitt beim Hörtest die Anlage von Sony ab, die mit einer glatten 2,0 bewertet wurde.
Die Expertin von Stiftung Warentest rät jedoch von den Angeboten beim Discounter ab, die für 70 oder 80 Euro in den Aktionen zu finden sind. Bei diesen Anlagen fallen ihrer Meinung nach die Funktionen und der Klang dem Preis zum Opfer. Ebenfalls hält von der Hamburger Zeitschrift „Audio Video Foto Bild“ der Redakteur Christoph de Leuw nichts von Hifi-Anlagen, die für weniger als 100 Euro angeboten werden. Bei der Tonqualität muss man bei diesen Geräten sehr große Kompromisse eingehen, so de Leuw. Erst ab einem Preis von 300 Euro bekommt man eine optimale Qualität geboten, die noch mit einem guten Design versehen ist und mit Metall oder hochwertigen Hölzern zu einem wahren Eye Catcher wird. Allerdings kann man bei dem Vergleich von Stiftung Warentest sehen, dass man auch unter 300 Euro schon gute Anlagen bekommen kann. Den dritten Platz belegte ein Gerät von Kenwood, das mit 365 Euro das teuerste Modell war.
Unterschiedliche Meinungen der Experten
Auch der Hifi-Experte Bernhard Rietschel von der Zeitschrift „Audio“ würde für eine Kompaktanlage wenigstens 400 Euro investieren. Seiner Meinung nach steigt die Qualität pro 50 Euro, die man mehr ausgibt. Vor allen Dingen in der Verarbeitung und gleichermaßen bei den Funktionen muss der Kunde mehr Abstriche bei den günstigen Hifi-Anlagen machen. Ein besonderes Augenmerk sollte man beim Kauf auf die Anschlüsse legen, denn mit nur einem Kabel aus der Box wird man kaum in den Genuss von einem guten Sound kommen, so äußerte sich Rietschel.
Weiterhin sollten sich die Lautsprecher genauer angesehen werden, ist am hinteren Teil massives Holz oder nur eine rohe Spanplatte zu sehen? Wer nicht so viel Geld ausgeben will, sollte vor allem auf die Boxen achten, denn die Anlage kann nicht besser sein, als die Lautsprecher, gibt de Leuw zu bedenken. Bei den günstigen Anlagen sind in der Regel die Boxen besser, die schwerer sind. Bei den teureren Anlagen muss dass aber nicht zwangläufig der Fall sein. Ebenso kann nicht von der Größe der Lautsprecher die Qualität abhängig gemacht werden, denn aus physikalischer Sicht gesehen, kann bei sehr klein gehaltenen Lautsprechern der Bass nicht so gut wieder gegeben werden. wie es bei großen Boxen nun einmal ist.